Dienstag, Januar 18, 2005

Christian Wulff wird nicht Bundeskanzler

Ich frage mich seit Tagen, was den Ministerpräsidenten dazu geritten hat, eine Kampagne gegen die Zahlungen von Volkswagen an Abgeordnete des niedersächsichen Landtags zu starten. Gut, zunächst einmal traf es keinen falschen: Ingolf Viereck ist der Lupo der SPD Fraktion, der Drei Liter Abgeordnete der keiner wegweisenden an ihm vorbei getroffenen Entscheidung je im Weg gestanden hat. Wenn man sich die Kette seiner politischen Nicht-Erfolge so anschaut, so meint man er habe tatsächlich eher in der lokalen Sportförderung VWs gearbeitet. In beiden Tätigkeitsfeldern war er wohl mittendrin und doch nur dabei.

Dennoch hat Wulff ein wesentliches Naturgesetz niedersächsischer Politik nicht beachtet: Finger weg von Volkswagen Skandalen! Seit der Gründung des Bundeslandes ist das KdF Unternehmen eine Fortsetzung von Politik mit anderen Mitteln. Nun gut, vielleicht ist auch Niedersachsen die Fortsetzung von VW mit anderen Mitteln: Sei's drum, wer diese Büchse der Pandora öffnet trifft muß irgendwann auf die Regierung Albrecht stoßen. Und so kam es dann ja auch. Hasselmann rotiert im Grab.

Hat denn wirklich jemand geglaubt die Regierung Albrecht, in moralischen Dingen etwas lockerer, hätte sich so eine Einnahmequelle entgehen lassen? Im Ernst, hat Christian Wulff wirklich vergessen, wer seine Vorgänger waren? Albrecht, der das Land ein Jagdschloß anschaffen ließ und im Saupark Springe die letzten geschützen Mufflons abschoß? Oder sein Fianzminister Walter Leisler-Kiep, der später mit Koffern voller Bargeld in der Schweiz aufflog, oder überhaupt eine Regierung die in Celle ihre eigene Justizvollzugsanstalt in die Luft sprengen ließ, um es der RAF anzuhängen? And last not least: Birgit Breuel, die später die Treuhand und die Expo in Grund und Boden wirtschaftete.

Ich glaube, daß Walter Hirche nichts von der VW Richtlinie gewußt hat. Er hat ohnehin nie irgendwas gewußt. Aber das Birgit Breuel im Aufsichtsrat nicht informiert war, das würde mich überraschen. Das wäre ihr nicht passiert.

Jetzt stehen alle vor den Scherben ihrer moralischen Überlegenheit. Die SPD schlaff und hilflos, moralisch und politisch verkommen bis zur Unkenntlichkeit und die CDU Landesregierung, deren eigene konservative Vorgänger die politische Verantwortung für Wolfsburgs Landschaftspflege tragen. Hätte Albrecht gewollt, hätte er den MP über seine Tochter warnen lassen. Aber Ursula von der Leyen und auch Birgit Breuel schweigen beharrlich.

Wenn Wulff klug ist, schaut er von jetzt ab lieber politisch nach vorn. Er sollte aber genau aufpassen, wer nicht alles mit politischen Dolchen hinter ihm lauert. Bis her hat er Fortune gehabt, an Talent hat es ihm immer gemangelt. Im Leineschloß beginnt die Tristesse der Ebene.

1 Comments:

Blogger macdet said...

Klasse. Aber schaut auch mal auf
http://wiki.mobbing-gegner.de/mywiki/?action=fullsearch&context=180&value=Wulf

Da kann einm schon anders werden :)

Nur in welche Richtung?

13. März 2007 um 16:32  

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